Der schottische Ökonom und Philosoph David Hume (1711-1776) ist ein Vorläufer der Aufklärung. Mit seinem „Traktat über die menschliche Natur“ (1740) hat er Immanuel Kants (1724-1804) „Kritik der reinen Vernunft“ (1781) angeregt. Das allein schon sollte uns bewegen, ihn besser zu kennen, als es anscheinend der Fall ist.
Hume hat zudem Gedanken zu anderen wichtigen Fragen unserer Existenz gestellt. Gerade erschienen ist David Humes
Über den Freitod und Über die Unsterblichkeit der Seele. Stuttgart (Reclam) 2018, 64 S.; 6 Euro.
„Ein beträchltlicher Vorteil, den die Philosophie bietet, besteht in dem unübertrefflichen Gegengift, das sie gegen Aberglaube und falsche Religion an die Hand zu geben vermag. Sämtliche anderen Heilmittel gegen diese schädliche Krankheit sind vergeblich oder zumindest in ihrer Wirkung ungewiss.“
Mit normalem Verstand und mit Lebenserfahrung komme man gegen falsche Religion und Aberglauben nicht an. Ihr Gift sei tödlich. Erst wenn „die gesunde Philosophie“ vom Verstand Besitz ergriffen habe, sei man dagegen immunisiert. Hume argumentiert nicht als Atheist, sondern als Theologe. Der Mensch wird doch von der Macht, die ihm die Natur verliehen hat, Gebrauch machen, also auch Hand an sich legen können. Außerdem gilt: „Das Leben eines Menschen hat für das Universum (…) keine größere Bedeutung als eine Auster.“ (Franz Schuh, Die Zeit 21. 6.18)