2051: Zaimoglu: Offensive für die deutsche Sprache

Feridun Zaimoglu hält in diesem Jahr die Eröffnungsrede zum Ingeborg-Bachmann-Preis. „Ich werde in Klagenfurt eine harte Rede halten wider die Rechten und wider die Journalisten, die um diese Rechten scharwenzeln.“ Richard Kämmerlings (Literarische Welt 30.6.18) hat Zaimoglu interviewt.

Literarische Welt: Jetzt wird viel darüber geredet, wie man Menschen davon abhält nach Europa und nach Deutschland zu kommen. Die, wie mir scheint, eigentlich brennendere Frage ist aber, was tun mit denen, die schon da sind. Was wäre Feridun Zaimoglus Masterplan für Integration?

Zaimoglu: Ich mag das Wort nicht, weil es mir zu wenig ist. Integration ist ein Fremdwort. Und wie jedes Fremdwort klingt es wie ein Begriff aus der Arbeitswelt. Hier geht es aber um mehr, um das Leben, um die Veränderung der Lebenswelt. Was wir brauchen, ist eine

große Offensive für die deutsche Sprache.

Ich erinnere mich an eine dieser öden Debatten, die sich an diesem Berliner Schuldirektor entzündete, der, Gott segne ihn, beschlossen hatte, dass auf seinem Pausenhof Deutsch gesprochen werden soll. Was war die Folge? Er wurde attackiert als einer, der die Zwangsgermanisierung vorantreibt. Von einer Multikulti-Industrie sogenannter Betreuer, die ein falsches Bild von Deutschland vermitteln. Die eher den Hass auf Deutschland, auf die deutsche Mehrheitsgesellschaft vermitteln, als zu versuchen, Menschen in die deutschen Lebenswelten einzuführen.

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