1849: Die Existenz der SPD

Vermutlich wird die SPD auf ihrem Parteitag in Bonn letztlich doch der Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit der CDU/CSU zustimmen. Ich halte diese Entscheidung für richtig! Lassen wir noch ein paar Standardargumente im Spiel, die wir in letzter Zeit häufig gehört haben. Vielleicht brauchen wir sie dann bald nicht mehr.

1. Wer sagt eigentlich, dass die große Koalition schuld am Niedergang der SPD ist? Hat sie nicht im Bund 2013 gegen eine schwarz-gelbe Koalition ebenfalls krachend verloren?

2. In NRW hat die SPD die Regierung 2017 angeführt und trotzdem verloren.

3. Die große Koalition war für die SPD in Bund und Ländern noch nie schlecht. Schließlich hat sie 1969 aus einer großen Koalition heraus mit Willy Brandt die Bundestagswahlen gewonnen.

4. Zu einem Wahlsieg gehören die drei P-Komponenten:

– Parteiidentifikation,

– Politik und

– Person.

5. Da fehlt es der SPD gegenwärtig an der Person.

6. Fast überall in Europa verlieren die Sozialisten.

7. Wenn es zu einem Abbruch der Groko-Verhandlungen kommen würde, wäre das ein Desaster für Deutschland, für Europa und für die SPD.

8. Es gäbe unausweichlich Neuwahlen, da keine Minderheitsregierung mit einer Tolerierung in Sicht ist.

9. Diese würde beide Volksparteien bis ins Mark erschüttern.

10. Die SPD würde dann wahrscheinlich bei 15 Prozent landen (Ulrich von Alemann, Oskar Niedermayer, Elmar Wiesendahl FAZ 20.1.18).

 

 

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