Robert Schäfer, 41, ist seit 2016 Vorstandsvorsitzender von Fortuna Düsseldorf. Der Volljurist hat den Verein stabilisiert. Er steht seit Saisonbeginn auf einem Aufstiegsplatz der zweiten Liga. Robert Schäfer hat in einem Beitrag für die FAZ (6.1.18) begründet, dass und warum die
50 + 1-Regel
für den deutschen Fußball sehr gut ist. Ich paraphrasiere hier seine Aussagen verkürzt:
Fußball ist in Deutschland populärer denn je und wirtschaftlich erfolgreich. In der Bundesliga kommen von Freiburg bis Dortmund im Schnitt pro Spiel
41 500 Zuschauer
ins Stadion (England 35 800, Spanien 27 700, Italien 22 200, Frankreich 21 000). Dieser Erfolg weckt Begehrlichkeiten. Ausländische Investoren wittern Rendite. Daher ist im deutschen Fußball eine mehrheitliche Übernahme durch Investoren verboten. Die von den Vereinen begründeten Kapitalgesellschaften behalten die Mehrheit. Dagegen haben
Inter Mailand und der FC Southhampton
in letzter Zeit bereits mehrmals den Eigentümer gewechselt. Eine Lizenz bekommt eine Kapitalgesellschaft in Deutschland nur, wenn ihr in jeder Hinsicht die letzte Entscheidung zusteht.
Dadurch gewährleisten die deutschen Vereine Kontinuität, den Erhalt wichtiger
Werte, Marken, Namen und Traditionen.
So bleibt der Fußball erschwinglich und demokratisch. Dafür gibt es beim DFB aktuelle Regeln und Auflagen zum sinnvollen Haushalten. Die Abschaffumng der 50 + 1-Regel würde den Fans den Fußball wegnehmen. Wie in England, Spanien und Italien. Dort sind die Klubs im Besitz von Milliardären. Fans und Mitglieder haben keinen Einfluss mehr. Die Eintrittspreise steigen. Steigt der Investor aus,
bleibt der Verein verschuldet zurück.
Den deutschen Vereinen wird von ihren Anhängern eine Verehrung entgegengebracht wie es bei anderen Unternehmen nicht vorkommt. Dieser Rückhalt ist gefährdet, wenn es nur noch ums Geld geht. Das zeigt das Beispiel
1860 München.
Die 50 + 1-Regel gefährdet auch nicht das Wachstum. Dafür ist bei der Champions League hauptsächlich das Erreichen der K.O.-Runde wichtig. Nicht der Titel. Hier braucht es zusätzliches Kapital. Trotzdem haben sich zuletzt ausländische Vereine, bei denen in der heimischen Liga die Leistungsdichte nicht so hoch ist wie in Deutschland, gegen deutsche Klubs durchgesetzt. Wie der
FC Basel und der FC Porto.
50 + 1 ist eine gute Grundlage für Wachstum im Fußball. Der dreimalige Europa-League-Sieger FC Sevilla ist ein gutes Beispiel dafür, wie mit einem überschaubaren Budget und harter Arbeit sportliche Erfolge erreicht werden können. Die deutschen Vereine können durch
clevere Transfers, gute Ausbildung und gezielte Nachwuchsförderung
erfolgreich sein und Werte schaffen. Das ist nachhaltiger als ein einmaliger Erlös aus dem Verkauf eines Anteils. Es bringt mehr, zuerst an der sportlichen Qualität zu arbeiten, also besseren Sport für das aktuell eingesetzte Geld zu erreichen.