Eine staatliche australische Kommission, die fünf Jahre gearbeitet hat, stellt Kindesmissbrauch in rund viertausend (4 000) kirchlichen und staatlichen Institutionen fest. Zehntausende australischer Kinder waren seit den fünfziger Jahren Opfer sexuellen Missbrauchs. Viele der Opfer waren nicht einmal zwölf (12) Jahre alt (Till Fähnders, FAZ 16.12.17).
Dazu schreibt Matthias Drobinski (SZ 18.12.17):
„Australien ist weit weg, so gesehen muss sich in Deutschland niemand für einen Bericht über sexuelle Gewalt gegen Kinder in Australien interessieren. Man sollte es aber tun. So hart und so brutal gründlich sind nur in Irland die Taten offengelegt worden, die sehr oft in Einrichtungen der katholischen Kirche stattfanden. Und ohne Rücksicht auf fromme Befindlichkeiten hat die staatliche Kommission erklärt: Viele Fälle haben sehr wohl mit kirchlichen Schweigestrukturen zu tun und mit den Abgründen, in die der Zölibat führen kann. Das gilt überall in der Welt. Auch hierzulande hat eine Studie gezeigt, wie sehr
Einsamkeit,
Alkoholismus,
verdrängte Sexualität
Missbrauch begünstigen.“