1739: Journalisten wehren sich gegen Medienkapital.

Seit den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts haben sich die deutschen Zeitungs- und Zeitschriftenverleger bemüht, einen Teil des deutschen Rundfunks (Radio und Fernsehen) zu übernehmen, weil sie sich davon entsprechende Renditen versprachen. Das Bundesverfassungsgericht hat seit dem Fernsehurteil von 1961 dafür gesorgt, dass der Rundfunk nicht einfach Kapitalinteressen ausgeliefert wurde. Seit 1985 haben wir einen dualen (öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunk), bei dem der gesellschaftliche Rundfunk die Grundversorgung (Information, Bildung, Beratung, Unterhaltung) zu gewährleisten hat und gewährleistet.

Insbesondere seit sich die Möglichkeiten des Rundfunks auf dem Feld der Online-Kommunikation zeigen, sind nun wieder Kampagnen des Medienkapitals im Gange, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk als „gebührenfinanzierte Staatspresse“ zu diffamieren. Das liegt dicht vor der „Lügenpresse“ der AfD. An der Spitze der Kampagne steht der Springer-Vorstandsvorsitzende („Bild“), Mathias Döpfner. Journalisten von ARD, ZDF und Deutschlandradio setzen sich nun dagegen zur Wehr. „Wir fühlen uns diskreditiert, wenn sie uns als Staatsfunk bezeichnen und uns damit unterstellen, dass wir uns politisch steuern lassen.“ (epd, dpa, SZ 3.11.17)

Das sind, um nur ein paar Beispiele zu nennen, die Kollegen von „Tagesschau“, „Heute-Journal“, politischen Magazinen, Wirtschafts-Magazinen, Kultur-Magazinen, Talk-Shows, Dokumentationen usw. Sie gewährleisten insgesamt, dass wir Bundesbürger umfassend informiert werden. Bei aller Kritik; denn selbstverständlich dürfen alle die genannten Formate im Ganzen und in Detail kritisiert werden. Davon lebt die Demokratie. Dazu benötigen wir aber nicht den Neid und die Missgunst des Hauses Springer und anderer Verdächtiger wie der „FAZ“.

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