1728: Vatikan sieht Luther-Jahr positiv.

Vielleicht sieht der Vatikan das Luther-Jahr 2017 positiver als viele Protestanten. Papst Franziskus hat immerhin schon 2016 festgestellt, dass „Luthers Absichten nicht falsch“ waren. Ein gemeinsamer liturgischer Leitfaden wurde beim Geburtstag des Lutherischen Weltbunds (LWB) am Reformationstag 2016 im schwedischen Lund vorgestellt. Da kann es nicht ausbleiben, dass sich katholische Kritiker der ökumenischen Beschleunigung ärgern. Der Papst gebe sein Alleinstellungsmerkmal als Nachfolger Petri auf, heißt es.

In der Perspektive des Vatikans ist die katholische Kirche heute ähnlich vielfältig wie der Protestantismus. Der Luther-Experte des Vatikans, Professor Giancarlo Pani, sagt: „Die Nähe wirkt endlich stärker als der Unterschied.“ Papst Franziskus bewege sich genau in der Richtung der Vorgaben des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965). In der gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre 1999 habe man einen ersten Höhepunkt der Gemeinsamkeit feiern können. Danach war Luther kein Ketzer, sondern ein „Vater des Glaubens und gemeinsamer Lehrer“.

In der evangelischen Kirche Roms sagte Papst Franziskus bereits 2015: „Die katholische Kirche muss mutig und ehrlich die Absichten der Reform und Luthers im Sinne einer sich immer wieder reformierenden Kirche neu bewerten.“ (Jörg Bremer, FAZ 28.10.17)

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