Auf dem Lindenhügel im Münchener Olympiapark ist eine Gedenkstätte zur Erinnerung an das Olympia-Attentat von 1972 eröffnet worden. In Anwesenheit des israelischen Staatspräsidenten Reuven Rivlin, von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer und ihrer Frauen. Es erinnert an den brutalen Überfall von palästinensischen Terroristen auf die israelische Olympiamannschaft. Dabei und bei dem späteren dilettantischen Befreiungsversuch auf dem Flugplatz Fürstenfeldbruck kamen elf israelische Sportler und ein deutscher Polizist ums Leben.
Die Toten sind der Gewichtheber David Berger, der Polizist Anton Fliegerbauer, der Gewichtheber Ze’ev Friedman, der Kampfrichter Yossef Gutfreund, der Ringer Eliezer Halfin, der Gewichtheber Yossef Romano, der Sportschützen-Trainer Kehat Schor, der Leichtathletik-Trainer Amitzur Shapira, der Ringer Mark Slavin, der Fecht-Trainer Andrei Spitzer, der Gewichtheber-Trainer Yakov Springer und der Ringer-Trainer Moshe Weinberg. Für sie wurden Tafeln mit ihren Lebensläufen enthüllt.
Für die Gedenkstätte hatten Frauen von israelischen Opfern gekämpft. Sie stießen auf fehlende Sensibilität und Antisemitismus und mussten sogar dem Vorwurf begegnen, die israelischen Sportler hätten Terror und Krieg nach Deutschland gebracht. In den Ansprachen wurde der Terror geächtet und für seine gezielte Bekämpfung geworben. Steinmeier und Seehofer betonten, dass das Attentat von 1972 die Pflicht nach sich ziehe, Juden in diesem Land zu schützen.
Zu dem Satz des seinerzeitigen IOC-Präsidenten Avery Brundage „The games must go on.“ meinte der israelische Staatspräsident: „An diesen Satz wird sich die Welt in ewiger Schande erinnern.“ (Martin Bernstein und Kassian Stroh, SZ 7.9.17)