1673: Bald keine tägliche Post mehr ?

Ich wohne in Göttingen. Und schon lange bekommen wir montags keine Post mehr. Jetzt erfahre ich, dass die Post plant, die Briefpost bald

nur noch einmal die Woche

zuzustellen. Tatsächlich kommunizieren wir ja häufig per E-Mail und über Facebook, WhatsApp und auf andere Weise. Betriebswirtschaftlich mag die reduzierte Zustellung sinnvoll sein. Trotzdem gehört die tägliche Post insbesondere für viele Alte noch zur Grundversorgung. Für mich auch.

„Die Deutsche Post aus ihrer Pflicht zu einer flächendeckenden täglichen Versorgung bei der Briefzustellung zu entlassen, wäre ein großer Fehler. Man kann das Briefgeschäft nicht einfach nur unter Effizienzaspekten betrachten.“ (Caspar Busse, SZ 5.9.17)

Aber die Richtung, in der die Entwicklung jetzt schon erkennbar geht, ist eindeutig: Seit 2000 ist die Post an der Börse und derzeit gesetzlich verpflichtet, sechs Tage in der Woche Briefe zuzustellen. Dafür muss sie keine Mehrwertsteuer zahlen. Die Post hat die Zustellbezirke vergrößert. Und manche Haushalte bekommen ihre Post erst nachmittags. Die Zahl der Briefkästen ist drastisch gesunken. Dafür das Porto erheblich gestiegen (70 Cent pro Brief). Die Post ist nach wie vor marktbeherrschend. Die anderen privaten Zustellbetriebe (wie Citypost) sind noch schlechter.

Von der Digitalisierung profitiert die Post massiv. Immer mehr Menschen kaufen im Internet und lassen sich die Produkte dann liefern. Der Onlinehandel boomt und damit auch das Paketgeschäft. Hier wird investiert. Dafür stellt die Post Mitarbeiter ein. Geplant ist die Zustellung „am selben Tag“. Die gelben DHL-Autos sind heute weltweit unterwegs. Umsatz und Gewinne steigen. Da ist noch Platz für den Brief.

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