1587: Claus Peymann 80

Der Intendant des „Berliner Ensembles“ (BE), Claus Peymann, wird heute 80 Jahre alt. Christine Dössel schreibt über ihn:

„Er ist das Großmaul des deutschsprachigen Theaters, sturköpfiger Grantler und Grandseigneur, der Intendanten-Patriarch par excellence: Claus Peymann, Altmeister der Regie und lebende Theaterlegende, als solche noch bis zum 2. Juli Chef des Berliner Enesmbles (BE), danach Rentner im Unruhestand.“

Die Intendanten-Stationen des geborenen Bremers Peymann waren Stuttgart (1974-1979), Bochum (1979-1986), Burgtheater (1986-1999), Berliner Ensemble (seit 1999). Seine Mitarbeiter haben eine 536 Seiten umfassende Werkbiografie („Mord und Totschlag“) herausgebracht. Mit Interviews, Reden, Polemiken, Artikeln, Briefwechseln. Leider habe ich sie noch nicht gelesen. Legendär sind einige Inszenierungen Peymanns. U.a. Kleists „Hermannschlacht“ in Bochum und Bernhards „Heldenplatz“ in Wien. Dort habe ich eine Aufführung 1988 miterlebt. Peymanns bevorzugte Autoren waren Peter Handke und Thomas Bernhard, die er vielfach uraufgeführt hat. In diesem Frühjahr las Peymann im BE aus Thomas Bernhards „Holzfällen“, ich habe zugehört.

„Überhaupt pflastern Skandale – echte wie aufgeblasene – Peymanns Weg. In seiner Stuttgarter Zeit wurde er 1977 wegen der ‚Zahnspenden-Affäre‘ als RAF-Sympathsisant beschimpft, als Piefke-Burgtheaterdirektor in Wien angefeindet und bespuckt, und in Berlin legte er sich mit dem Ex-Kultursenator Tim Renner an. Wo Claus Peymann Intendant war, war das Theater stets im Gespräch. Für viele Zeitgenossen ist er eine Plage, für das Theater ist er ein Geschenk.“

Ein echter 68er!

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