1578: Maximilian von Düring schickt uns sein Buch.

Der Göttinger Unternehmensberater, Vortragsredner, Coach und Trainer für Persönlichkeitsentwicklung, Maximilian von Düring, hat ein Buch publiziert:

Wer möchtest du gewesen sein? Erfolgsfaktoren für dein Leben. Göttingen 2017, 119 Seiten.

Darin geht es um den Glauben an uns selbst und den Sinn, den wir unserem Leben gehen wollen. Das Buch liest sich gut und schnell, darauf kommt es aber nicht an. Wer von Düring persönlich kennt wie ich, erwartet einige Überraschungen. Und diese Erwartungen werden nicht enttäuscht. Von Düring tritt als Vortragsredner schon mal im Batman-Kostüm auf. Er coacht Top-Manager, Leistungssportler und Menschen, die mehr von ihrem Leben erwarten. Was die unbedingte Stärke dieses Buchs ausmacht, ist die Konzentration auf uns als Einzelne, auf Individuen, die ihren Weg suchen. Von Düring spricht von Herz zu Herzen. Darin liegt zugleich die Gefahr, dass diejenigen, die erreicht werden sollen, verfehlt werden, weil wir unseren Herzen ja nicht befehlen können.

Aber Gefühle sind allemal stärker als Rationalität. Das weiß von Düring. Er arbeitet eng mit dem Göttinger Neurobiologen Prof. Dr. Gerald Hüther (geb. 1951) zusammen, der in dem Buch einen „einfachen Kompass“ sieht, mit dem wir ankommen, wo wir hinwollen. Ein weiterer Partner von Maximilian von Düring ist der Behinderte Samuel Koch (Unfall 2012 bei Thomas Gottschalk im Fernsehen), der manchmal gemeinsam mit von Düring auftritt und in dem Buch „im wahren Leben erprobte Handlungsweisen und Prozesse“ erkennt.

Von Düring will wissen, was unser „Wofür?“ ist. Dazu zitiert er Mutter Teresa (1910-1997), die verneinte, als sie gefragt wurde, ob sie zu einer Anti-Kriegs-Demo kommen würde. Die aber sagte, dass sie zu einer Friedens-Demo kommen würde. So geht die von Düring-Agenda. Allerdings erscheint es mir fraglich, ob zur Begründung der richtigen Einstellung im Leben der italienische Philosoph und Autor Dante Alighieri („Commedia Divina“) (1265-1321) noch geeignet ist. Auch der Sport-Reporter Werner Hansch (S. 32) kann m.E. wenig zur weltanschaulichen Fundierung beitragen.

Von Düring interessiert sich sehr für den Unterschied zwischen intrinsischer und extrinischer Motivation. Er stellt ganz auf Intrinsik ab. Weil sie von uns kommt. Von innen. Wie Martin Luther King (1929-1968) sagte: „I have a dream.“ Dazu führt von Düring elf recht exakt bestimmbare Punkte auf:

„1. Was möchte ich in meinem Leben erreicht haben? …

11. Wer möchte ich heute sein?“ (S. 41 f.)

Am Modell der Seerose macht der Autor klar, wie „Werte/Prinzipien“, „innere Haltung/Einstellung“ und „Verhalten“ zusammengehören (S. 53 ff.). Und er demonstriert am Beispiel C.G. Jungs (1875-1961), dass 80 Prozent unseres Verhaltens vom „Unbewussten“ bestimmt werden. Dass er sich hier nicht auf Sigmund Freud (1856-1939) bezieht, nehmen wir als Zufall. Auf S. 57 kommt er aber auf den Wissenschaftler und Theoretiker zu sprechen, dem hier eine zentrale Rolle zukommt: Paul Watzlawick (1921-2007), den aus Österreich stammenden amerikanischen Psychoanalytiker. Von ihm stammen solche zentralen Erkenntnisse wie „Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt, derart, dass letzterer den ersteren bestimmt und daher eine Metakommunikation ist.“ Oder: „Die Natur einer Beziehung ist durch die Interpunktion der Kommunikationsabläufe seitens der Partner bestimmt.“ Das ist bester „radikaler Konstruktivismus“ und insofern eine gute Grundlage für von Dürings Aussagen („Man kann nicht nicht kommunizieren.“).

Aus dem Talmud entnimmt von Düring die Zusammenhänge von Gedanken, Worten, Handlungen, Gewohnheiten, Charakter, Leben (S. 60). Er arbeitet mit plausiblen Schaubildern. Joachim Ringelnatz (1883-1934) dient ihm als poetischer Stichwortgeber: „Du weißt nicht mehr wie Blumen duften/kennst nur die Arbeit und das Schuften-/… so gehn sie hin, die schönsten Jahre/ am Ende liegst du auf der Bahre/ und hinter dir, da grinst der Tod:/Kaputtgerackert – Vollidiot!“

Von Düring traut sich was. Etwa den Vergleich zwischen

Psychotherapie, Behaviorismus und Gestalttherapie (S. 77 ff.)

Und er stellt regelmäßig darauf ab, dass es für uns darauf ankommt, uns mit jemand zu verbinden. Wir müssen klären, wofür wir sind und mit wem wir es erreichen wollen. Wiederholt zitiert unser Autor Mark Twain (1835-1910). Bei ihm kommt es darauf an, uns zu entscheiden, was wir jetzt tun wollen. Dazu gibt uns Maximilian von Düring klare Handlungsanweisungen in sechs Punkten („Schreiben Sie ihr Ziel so klar wie möglich auf. …“) (S. 96) „Planen macht Sinn.“ (S. 101) Es hat vielleicht Sinn … Am Ende bringt unser Autor das viel erklärende Beispiel vom angeketteten Elefanten und zitiert Luis Trenker („Die einzigen Gipfelgespräche, die wirklich einen Sinn haben, sind die der Alpinisten.“ S. 107).

Maximilan von Düring macht uns geeignete Vorschläge, wie wir unser Leben eher nach unseren eigenen Vorstellungen hinbekommen können.

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