1572: Rechtsextremismus in der Bundeswehr

Es gibt Rechtsextremismus in der Bundeswehr. Das ist alarmierend. Aber eigentlich nicht verwunderlich. Denn eine Armee bildet aus zum militärischen Kampf, zum Töten. Dazu braucht sie Feindbilder. Die finden sich angesichts eines „Vakuums an Orientierung“ gerade bei Rechtsextremisten und Rassisten, den am schlimmsten politisch Verirrten in unserer Gesellschaft.

Ich habe die Armee vor 49 Jahren als Panzeroffizier verlassen. Seinerzeit hatten wir es noch mit einigen preußischen Kommissköppen und alten Nazis zu tun. Auch wenn sie keinen großen Einfluss mehr zu haben schienen. Aber bei der Einschätzung des militärischen Widerstands im Nationalsozialismus gab es heftige Kontroversen. Ich lag in der Henning-von-Tresckow Kaserne in Oldenburg, immerhin benannt nach dem theoretischen Kopf des militärischen Widerstands gegen Adolf Hitler.

Seit 1968 scheint nicht alles nur besser geworden zu sein. Die Ethik der „Inneren Führung“, mit der die Armee an die Menschenrechte angeschlossen werden soll, muss anscheinend immer wieder neu erkämpft und durchgesetzt werden. Vielleicht war dies sogar zur Zeit einer Wehrpflichtarmee leichter. Der mündige „Staatsbürger in Uniform“ tritt zu wenig in Erscheinung.

Insofern muss – gerade heute in Zeiten größter politischer Herausforderungen – mit den Rechtsextremisten in der Armee und bei der Universität der Bundeswehr dringend und schnellstens aufgeräumt werden. Vollständig. Egal, wie viele es sind. Jeder Einzelne ist überflüssig und darf nicht geduldet werden. Anscheinend hat es ein weitgehendes Versagen in der politischen Führung der Bundeswehr gegeben. Die Verteidigungsminister kamen aus der Union und von der SPD (Lea Frehse, SZ 24./25.5.17).

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