1507: Löhne und Renten steigen – Verteilung ungleich

Die deutsche Wirtschaft wächst. Die Arbeitslosigkeit ist so niedrig wie lange nicht. 2016 sind bei den Beschäftigten die nominalen Löhne um 2,3 Prozent gestiegen. Zugleich ist bisher die Inflation so gering, dass die Kaufkraft wächst. Und die unterdurchschnittlichen Verdienste holen auf (das Gastgewerbe meldete mit 3,5 Prozent den größten Zuwachs). Der IG Metall-Chef Jörg Hofmann sagt, dass die Beschäftigten einen fairen Anteil am wirtschaftlichen Erfolg bekämen (Catherine Hoffmann, SZ 23.3.17).

20,8 Millionen Rentner bekommen in diesem Jahr deutlich höhere Altersbezüge. In Westdeutschland steigen die Renten um 1,9 Prozent, im Osten um 3,59 Prozent. Allerdings dürfte die Inflationsrate steigen. Im vergangenen Jahr war das Altersgeld im Westen um 4,25 Prozent und im Osten um 5,95 Prozent gestiegen. Im Wesentlichen gute Daten. Und Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) sagt: „Die umlagefinanzierte Rente bleibt die zentrale Säule unseres Alterssicherungssystems – gerade in Zeiten niedriger Zinsen.“ (Thomas Öchsner, SZ 23.3.17)

Wie der Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung zeigt, sieht es bei der Verteilung der Vermögen nicht so gut aus. Die Löhne der unteren 40 Prozent waren im Jahr 2015 real gering niedriger als Mitte der 1990er Jahre. Das schadet uns allen. Die vermögensstärksten zehn Prozent der Haushalte besitzen mehr als 50 Prozent des Nettovermögens, während die untere Hälfte der Haushalte nicht einmal über ein Prozent des Vermögens verfügt. Von Armut sind in erster Linie Kinder betroffen. Das Armutsrisiko ist gewachsen. Davon sprechen wir, wenn Kinder in Haushalten leben, die über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens verfügen. Diese Schwelle lag 2015 bei 942 Euro oder für Alleinerziehende mit einem dreijährigen Kind bei 1 225 Euro.

Die Wahlbeteiligung der Armen ist weit geringer als die der anderen Bürger. Bei der Mittelschicht sind es insbesondere befristete Arbeitsverträge, welche die Angst vor dem Abstieg mit sich bringen. Der Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung enthält den Hinweis auf eine Befragung von 130 Hoch-Vermögenden. Danach sind Erbschaften und Schenkungen der Hauptgrund für ihren Reichtum (Thomas Öchsner, SZ 24.3.17)

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