Zur Zeit sind die Massenmedien voll mit Informationen über „Fake News“, Lügen, Desinformation, Hacking usw. Nicht immer sind die Angaben sehr kundig. Jemand, der das Feld überblickt, um das es geht, ist der ehemalige „Spiegel“-Chefredakteur Georg Mascolo. Er ist heute hauptsächlich tätig in elaborierten Recherchegruppen (SZ/NDR/WDR etc.). Er macht fünf Vorschläge (SZ 11./12.3.17), wie angemessen mit den Phänomenen umzugehen ist. Im Kern stützt er sich dabei auf seine Kenntnisse der Stasi-Methoden. Nicht zuletzt der „Fälscherwerkstatt“ („aktive Maßnahmen“), der Lieblingsabteilung von Markus Wolf. Sie hatte es geschafft, die Falschmeldung zu lancieren, dass Aids aus den USA kämen. Oder mit Bestechung verhindert, dass Willy Brandt 1972 durch ein konstruktives Misstrauensvotum gestürzt wurde.
1. „Das Mittel dagegen ist ein Journalismus, der sich der stetigen Beschleunigung entzieht, nach höchsten handwerklichen und ethischen Standards strebt und seine Fehler gegenüber dem Publikum transparent korrigiert. … Irrtümer, falsche Einschätzungen, Übertreibungen oder schlechter Journalismus sind keine Fake News. Nur wenn Journalisten trotz späteren besseren Wissens erkannte Fehler nicht korrigieren, wird aus einem Irrtum eine Lüge.“
2. Beeinflussungsversuche von Geheimdiensten hat es seit jeher gegeben. Die erfolgreichste „aktive Maßnahme“ hat nach Mascolos Meinung der britische Auslandsgeheimdienst gegen die USA lanciert. Mit gefälschten Nachrichten, verdeckten Zahlungen und Diskreditierung bekämpfte er seit 1940 diejenigen US-Politiker, die gegen Hitler-Deutschland auf
Appeasement
setzten.
3. Neuerdings wird statt gefälschtem echtes Material eingesetzt. In erster Linie abgehörte Telefongespräche, z.B. ein Gespräch der US-Diplomatin Victoria Nuland („Fuck the EU.“).
4. Bei den Vereinten Nationen (UN) sucht man nach „Tischmanieren für Staaten“. Z.B. ist vielerorts Hacking nicht verboten.
5. „Kein Land war einem solchen Bombardement von Fake News und Desinformation ausgesetzt wie die alte Bundesrepublik, dafür sorgten die Stasi-Offiziere in Berlin-Lichtenberg.“ Später erkannte Markus Wolf: „Geholfen hat es uns alles nichts.“