1431: Ischinger: Wir müssen uns Sorgen machen.

Wolfgang Ischinger ist seit langem Gastgeber der

Münchener Sicherheitskonferenz.

Vorher war er ein sehr angesehener und hochrangiger deutscher Diplomat. Angesichts des russischen Hackings der US-amerikanischen Präsidentschaftswahlen wird er von Daniel-Dylan Böhmer und Thorsten Jungholt (Die Welt 14.1.17) interviewt.

Die Welt: Kein Grund zur Sorge für die Europäer, die 2017 wichtige Wahlen erwarten?

Ischinger: Oh doch, bei uns müssen die Sorgen noch viel größer sein. Wir kennen das doch aus der Zeit des

Kalten Krieges.

Damals wurde in dramatischer Weise Propaganda zur Beeinflussung von Wahlen und Entscheidungen eingesetzt. In der Nachrüstungsdebatte der frühen 80er Jahre

wurde die damalige Linke aus Moskau und Ost-Berlin massiv munitioniert.

„Aktive Maßnahmen“, wie die Russen das nennen, werden jetzt garantiert, mit den neuen Methoden wie

Social Media,

auch in Frankreich, den Niederlanden und Deutschland angewendet. Moskau wird alles daransetzen, Regierungen an die Macht zu bekommen, die sich nicht für die Fortführung der Sanktionen einsetzen. Für Frau Merkel und manche ihrer Kollegen heißt das, sich warm anzuziehen. Das weiß man aber in Berlin längst, nicht erst seit dem Geheimdienstbericht aus den USA.

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