Im NATO-Manöver „Eisernes Schwert“ üben 4000 Soldaten aus elf Nationen im Baltikum. Estland, Lettland und Litauen fürchten sich vor Russland. Aus langer eigener Erfahrung. Auf der russischen Seite sind 65000 Soldaten, 750 Panzer und 320 Kampfflugzeuge stationiert, während die drei baltischen Länder 10450 Soldaten, drei Panzer und keine Kampfflugzeuge aufzubieten haben. Estlands Außenminister Jürgen Ligi sagt: „Russland zeigt nicht nur in der Ukraine weiter eine aggressive Politik; es versteht nur Stärke und Abschreckung als Basis für echten Dialog. Wir müssen noch viel tun, bis wir eine echte Abschreckung erreicht haben.“
Donald Trumps Ankündigungen im US-Wahlkampf beruhigen die baltischen Staaten nicht gerade. Und in der Region Kaliningrad rüstet Russland mit S-400-Langstreckenraketen und Iskander-Kurzstreckenraketen auf. Die baltischen Staaten geben 2,2 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung für das Militär aus. Reicht das? Zur Verunsicherung trug Trumps außenpolitischer Berater Newt Gingrich bei, der Estlands Hauptstadt Tallinn „eine Vorstadt von St. Petersburg“ nannte (Florian Hassel, SZ 21.11.16).