1320: Wieviel Kinder haben Intellektuelle?

Peter Sloterdijk wird anlässlich seines neuen Buchs „Das Schelling-Projekt“ von Sven Michaelsen, David Pfeifer und Vera Schroeder interviewt (SZ 17./18.9.16).

SZ: Wolf Biermann hat von vier Frauen neun Kinder, dazu kommt ein angenommenes Kind. Günter Grass hatte sechs leibliche Kinder von drei Frauen und zwei Ziehkinder. Martin Walser bringt es immerhin auf fünf Kinder. Ist der Typus des vitalen, sich an seiner Kinderschar erfreuenden Intellektuellen am Aussterben?

Sloterdijk: Intellektuelle, die größere Fortpflanzungsergebnisse an den Tag legen, sind selten geworden. Es ist zu befürchten, dass mit Martin Walser die gelebte Erotomanie in der deutschen Nachkriegsliteratur ausstirbt. Nachfolger sind nicht bekannt. Es überwiegt der Typus, der null Kinder von sieben Frauen hat. Die Könige gehen ins Exil.

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