Es kann sein, dass die Grünen im Wahljahr 2017 mehr Macht erringen, als sie je hatten, und trotzdem ihr Hauptziel verfehlen, bestimmenden Einfluss auf eine Bundesregierung zu bekommen. In zehn Landesregierungen sind sie jetzt schon vertreten. Dazu schreibt Constanze von Bullion (SZ 18.7.16):
„Die Grünen können sich nicht länger um die Frage herummogeln, wie sie ihrer Basis eigentlich verkaufen wollen, dass ein schwarz-grünes Bündnis im Bund nicht nur denkbar ist, sondern im Ernstfall auch kommen kann. Grüne Ministerinnen und Minister würden dann die Regierungsbank nicht nur mit Angela Merkel teilen, die seit der Flüchtlingskrise Kanzlerin vieler grüner Herzen ist. Es säßen dort auch Typen vom Schlage Söders und Seehofers. Nicht nur beim Thema Integration, auch in Steuer- und Familienfragen wünscht man da viel Vergnügen.
Die Kretschmänner unter den Grünen mögen dort wieder angekommen sein, wo sie ihre Eltern einst zurückgelassen haben: in der westdeutschen Wohlstands- und Bildungsbürgerwelt. Für erhebliche Teile der Basis gilt das aber nicht. Wer das nicht glaubt, kann ja mal Renate Künast fragen. Als sie 2011 Regierende Bügermeisterin von Berlin werden wollte und kurz vor der Wahl erklärte, sie würde auch mit der CDU regieren, brach bei ihren Anhängern ein Aufstand los. Die Kandidatin ging kläglich baden. So ein Richtungswechsel will also vorbereitet sein.“