1. Die SPD sah sich nach 1945 als Vertreterin des „anderen“ Deutschlands.
2. Wenn sie die Macht erringen wollte, musste sie eine Gratwanderung hinbekommen zwischen den Versöhnungsbedürfnissen und den Aufarbeitungsbemühungen.
3. Die SPD war bei der „Wiedergutmachung“ Vorreiterin, ohne sie hätte Konrad Adenauer diese nicht hinbekommen.
4. Die SPD war die Partei, welche die aus Nazideutschland Geflohenen zur Rückkehr aufforderte.
5. Die sozialdemokratische Historikerin Susanne Miller stellte 1946 fest, als sie gerade aus dem Exil in London zurückkehrte, dass manche Sozialdemokraten noch mit dem verlorenen Krieg haderten.
6. Die SPD kritisierte am schärfsten personelle Kontinuitäten, während Konrad Adenauer schon viereinhalb Jahre nach der Befreiung von Auschwitz vom Schlußstrich sprach.
7. Kurt Schumacher kam manchmal nicht über philosemitische Klischees hinaus.
8. Schon 1946 behauptete er, dass es „keine Judenfrage“ mehr gäbe.
9. In ihrer 150-jährigen Geschichte war die SPD die einzige Partei, die den Antisemitismus immer konsequent bekämpft hatte.
10. Manche Erkenntnisse aus dem Buch von
Kristina Meyer: Die SPD und die NS-Vergangenheit 1945-1990. Göttingen (Wallstein) 2016, 549 S., 42 Euro,
sind bedrückend und beschämend. Einige Beispiele aus der ersten Legislaturperiode des Bundestages lesen sich mit Beklemmung (L. Joseph Heid, Literarische Welt 28.5.16).