1184: Die Blamage der Universität Freiburg

Die Sportmedizin der Universität Freiburg war über Jahrzehnte das westdeutsche Dopingzentrum. Verantwortlich waren dafür so bekannte Professoren wie

Armin Klümper,

Joseph Keul,

Lothar Heinrich,

Andreas Schmid und

Georg Huber.

2007 hatte sich die Universität entschlossen, die Vorgänge umfassend aufzuklären. Das ist nun gescheitert, weil die „Unabhängige Evaluierungskommission zur Freiburger Sportmedizin“ bis auf ihre Vorsitzende Letizia Paoli (Belgien) geschlossen zurückgetreten ist. Wegen Behinderung ihrer Arbeit durch die Universität und ihren Rektor Hans-Jochen Schiewer.

U.a. waren fünf Kisten Geschäftsmaterial von Joseph Keul jahrelang verschwunden. Sie lagerten bei einer Uni-Angestellten. Im März 2015 gab es einen Alleingang des Kommissionsmitglieds Andreas Singler. Ohne Absprache mit der Kommission veröffentlichte er einen Zwischenbericht. Dabei wurde aufgedeckt, dass beim VfB Stuttgart und beim SC Freiburg in den späten 1970er und frühen 1980er Jahren Anabolika-Doping vorgenommen wurde.

Im Januar 2016 kam es zu einen neuen Forschungsskandal. Es gab in den 1980er Jahren erhebliche wissenschaftliche Mängel bei Dissertationen, Habilitationen und Fachpublikationen aus der Sportmedizin Freiburg. Mit ihrem Rücktritt machen die Kommissionsmitglieder darauf aufmerksam, dass sie erneut gegen die Behinderungen der Universität protestieren (Johannes Aumüller und Thomas Kistner, SZ 2.3.16).

„Einer der größten deutschen Sportskandale soll in der Schublade verschwinden. Das darf man der Uni Freiburg nicht durchgehen lassen. Nur: Wer könnte jetzt Druck ausüben? Stadt- und Landespolitiker sehen selbst schlecht aus in der Affäre, die Bande zu den prominenten Medizinern waren stets eng. Und vom Sport ist auch nicht viel zu erwarten. Zumal es Doping-Netzwerke wie in Freiburg ja nicht nur in der Vergangenheit gab.“ (Claudio Catuogno, SZ 2.3.16)

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.