Angesichts der vielen Ängste wegen der Flüchtlingswelle wird uns klar, dass wir uns bald entscheiden müssen, ob wir in Europa wieder ein Grenzregime a la Ungarn haben wollen, oder auf dem freien Fluss auch von Menschen bestehen.
Waren, Daten und Geld
fließen heute ungehindert um die Welt. Und Menschen nicht? An der saudisch-irakischen Grenze errichtet gerade der EADS-Airbus-Konzern, den wir als Rüstungskonzern kennen, eine technisch elaborierte Zaun- und Grabenanlage mit Radar, Kameratürmen, Bewegungssensoren und Lagezentren. Der letzte Stand der Technik. Auch der letzte Stand der Menschenrechte?
Wir wissen, dass das Internet Menschen, die sich nicht vor Ort begegnen, weltweit verbindet. Auch bei Interessen und Bedürfnissen, die sehr speziell sind. Und mit gleichen Werten. Die Flüchtlinge sind heute regelmäßig gut vernetzt.
Die Ursachen ihrer Flucht sind:
Perspektivlosigkeit der Jungen, Klimawandel, Dürre, fragwürdige westliche Außenpolitik (siehe Irakkrieg 2003), Unterdrückung durch regionale Potentaten (wie Assad), durch Spekulation angeheizte Nahrunsmittelpreis-Steigerungen. Etc. Die Menschen müssten ja beschränkt sein, wenn sie nicht fliehen würden. Nach welchem System und in welcher Familienordnung auch immer. Und das Internet nützt nicht nur dem arabischen Frühling und dem Flirt, sondern auch der Flucht.
Viele Deutsche helfen dabei, weil die Informations- und Kommunikationsfreiheit universelle Menschenrechte sind. Sie engagieren sich mit deutscher Effizienz. Und natürlich taucht dann die Frage auf:
Was ist deutsch?
Für Frank Rieger (SZ 16.12.15) ist das der
Kanon der deutschen Ingenieurstugenden:
„pünktlich sein, präzise, gründlich, diszipliniert und nachhaltig arbeiten, Probleme klar benennen, Lösungen finden oder erfinden – zwar manchmal teuer, kompliziert und langwierig, aber am Ende meist erfolgreich“.
Ein ungarisches Grenzregime wollen wir nicht.