Wer wachen Sinnes durch seine Stadt geht oder durch sein Dorf, der sieht die vielen Fetten, Übergewichtigen, Adipösen. Und wer alt genug ist, zu wissen, wie es „früher“ war, der stellt fest, dass die Zahl der Fetten offenbar stark zunimmt. Darunter sind viele Kinder.
Wenn dann Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) vorschlägt, „Ernährungskunde“ in den Lehrplan aufzunehmen („Jedes Kind soll das Einmaleins einer gesunden Ernährung lernen – unabhängig von Herkunft und vom Schultyp.“), dann kann man mit den üblichen Abwehrargumenten rechnen. Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Brunhilde Kurth (CDU) aus Sachsen, meint dementsprechend: „Wenn wir allen Wünschen nach zusätzlichen Unterrichtsfächern nachkommen würden, wären wir schnell bei einer 80-Stunden-Woche für Schüler.“
M.E. verfängt das Argument nicht, wenn es auch bedacht werden sollte. Denn eine allgemein bessere Ernährung würde hin bis zu den Kosten des Gesundheitssystems viele Vorteile mit sich bringen. Warum schalten sich hier die
Krankenkassen
nicht stärker in die Debatte ein? Die Kinder in Deutschland essen
zu viel Fleisch,
zu viel Zucker und
zu viel Fett.
Das muss nicht so bleiben (Jan Heidtmann, SZ 3.12.15).