1095: Gunnar Heinsohn: Der Kriegsindex

Der Sozialpädagoge Gunnar Heinsohn hat bis zu seiner Emeritierung in Bremen gelehrt. Heute arbeitet er am NATO Defense College in Rom. Er will erklären, wie es zu Kriegen kommt (Die Zeit 5.11.15).

„Wie entwickelt sich ein Gebiet, in dem gestern noch die Waffen schwiegen, in ein Bürgerkriegsgebiet oder Kriegsgebiet? Ich verwende dafür einen simplen

Kriegsindex.

Er misst die Relation zwischen 55- und 59-jährigen Männern, die sich auf die Rente vorbereiten, und 15- bis 19-jährigen Jünglingen, die den Lebenskampf aufnehmen. Deutschland hat einen Kriegsindex von 0,66. Auf 1.000 alte folgen 666 junge Männer. Der Kriegsindex im Gazastreifen ist zehnmal so hoch. Auf 1.000 alte folgen 6.000 junge Männer. In Afghanistan ist es genauso. In Nigeria steht der Kriegsindex bei knapp 5. Europa hatte eine ähnliche Situation vom 16. bis zum frühen 20. Jahrhundert. Immer gab es Personal ohne Ende für Krieg, Völkermord, Welteroberung und Auswanderung.“

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