1040: Leben Fritz Bauers verfilmt

Lars Kraume hat das Leben von Fritz Bauer (1903-1968) verfilmt: „Der Staat gegen Fritz Bauer“. Der Film kommt in dieser Woche am Donnerstag ins Kino. Darin wird das Leben des hessischen Generalstaatsanwalts reflektiert, der mit beinahe unfassbarer Energie und Beharrlichkeit darauf hingewirkt hatte, dass

Adolf Eichmann

in Argentinien entdeckt und 1960 dort vom israelischen Geheimdienst Mossad entführt wurde, so dass er in Jerusalem vor Gericht gestellt und 1962 hingerichtet wurde. Bauer hatte gegen schwerste Widerstände in der Justiz und Politik den Frankfurter Auschwitz-Prozess (1963-1965) vorbereitet und organisiert, der uns das ganze Ausmaß des Holocaust erkennen ließ. Dabei war anfangs nur der hessische Ministerpräsident Zinn (SPD) eingeweiht.

Fritz Bauer hatte es als Jude in der westdeutschen Gesellschaft nicht leicht. Zwischen 1933 und 1945 befand er sich im Exil in Dänemark. Danach baute er die deutsche Justiz wieder mit auf, die allerdings seinerzeit ganz und gar von Nazis beherrscht wurde. Als Homosexueller hatte Fritz Bauer damals zusätzlich Probleme in der Gesellschaft. 1968 beging er Selbstmord.

In Kraumes Film spielt Burghart Klausner Fritz Bauer. Der Schauspieler bringt den rauhen Umgangston des Juristen sehr gut zum Ausdruck, seine Schroffheit und sein Misstrauen gegenüber seiner Umgebung. Bauer ließ sich nicht vom Bundesnachrichtendienst einschüchtern, der beharrlich versuchte, seine Recherchen zu behindern. Auch die Hinhaltetaktik anderer Staatsanwaltschaften brachte Fritz Bauer nicht von seiner Lebensaufgabe ab. Er war schließlich erfolgreich. Aber um den hohen Preis der Einsamkeit (Peter Körte, FAS 27.9.15).

Nach seinem Tod 1968 geriet Fritz Bauer in der deutschen Gesellschaft in Vergessenheit. Dagegen wurde 1995 in Frankfurt das „Fritz Bauer Institut. Studien- und Dokumentationszentrum zur Geschichte und Wirkung des Holocaust“ gegründet. Es gibt seit 1996 das „Jahrbuch zur Geschichte und Wirkung des Holocaust“ heraus und fördert die einschlägige Wissenschaft. Die entsprechende Zeitschrift ist das „Bulletin des Fritz Bauer Instituts“. Sie können beitreten dem

„Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.“, Grünebergplatz 1, 60323 Frankfurt am Main (www.fritz-bauer-institut.de).

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