1031: Energiekonzerne haben Probleme beim Atomausstieg.

Seit die rot-grüne Bundesregierung im Jahr 2000 den Atomausstieg beschloss, führen Politik und Energiekapital

(Eon, RWE, ENBW, Vattenfall)

einen erbitterten Streit darüber. Es geht um die Kosten. Nun hat Wirtschaftsminister Gabriel einen Gesetzentwurf vorgelegt, der die Energiekonzerne verpflichtet, die Folgekosten des Atomzeitalters zu tragen.

Diese hätten die Kosten gerne auf den Steuerzahler abgewälzt.

Hinter Gabriels Gesetzentwurf steht die Überzeugung, dass die Energiekonzerne jahrelang vom staatlich geförderten Atomgeschäft profitiert haben und zahlen sollen.

Meines Erachtens ist dieser Ansatz alternativlos.

Aber es besteht die Gefahr, dass die Konzerne pleitegehen. Der Atomausstieg ist außerordentlich teuer. Für den Rückbau von Atomkraftwerken und die Lagerung des Atommülls in den kommenden Jahrzehnten werden zwischen

30 und 70 Milliarden Euro

veranschlagt. Falls die Suche nach einem Endlager für den Atommüll nochmals beginnt, könnten es dreistellige Milliardenbeträge werden. Das Kerngeschäft der Energiekonzerne, die konventionelle Stromerzeugung, lohnt sich kaum noch, seit wegen der

Energiewende

massenweise subventionierter Ökostrom ins Netz gespeist wird, der den Strompreis nach unten treibt. RWE hat in den vergangenen viereinhalb Jahren drei Viertel des Börsenwerts verloren. Eon verlor mehr als 60 Prozent und machte vergangenes Jahr mit drei Milliarden Euro den größten Verlust der Firmengeschichte. Beide Konzerne haben jeweils rund dreißig Milliarden Euro Schulden. Eon-Chef Johannes Theyßen gab vergangene Woche bekannt, dass der Konzern seine Atomkraftwerke nicht wie geplant auslagern, sondern behalten wird.

Ob Eon sich unter diesen Bedingungen erholen kann, steht in den Sternen (Lena Schipper, FAS 13.9.15).

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