976: EKD: Judentum, Christentum und Islam unterscheiden sich.

In ihrem Grundsatztext „Christlicher Glaube und religiöse Vielfalt in evangelischer Perspektive“ expliziert die EKD die Unterschiede der „abrahamitischen Religionen“. „Die drei monotheistischen Religionen unterscheiden sich in dem, was sie verbindet.“ Es gehe nicht um denselben Gott, der sich für Christen in Jesus Christus offenbare, für Muslime im Koran. Daher sei die Ansicht, dass alle drei monotheistischen Religionen an denselben Gott glauben würden, „eine Abstraktion“. Und leere Abstraktionen würden nicht weiterhelfen.

„Da der christliche Glaube eine je eigene individuelle Gewissheit ist, kann er nicht verantwortlich vertreten werden, ohne das Recht divergierender religiöser Überzeugungen und damit das Recht des religiösen Pluralismus anzuerkennen und zu stärken.“ Gegen Christenverfolgungen auf der ganzen Welt protestiert der Text entschieden. In religionsverschiedenen Ehen müsse sich der „zu Christus bekennende Ehepartner ohne die Angst leben können, sich zwischen Glaube und Liebe entscheiden zu müssen“. Der evangelische Grundsatztext betont, dass es falsch sei zu meinen, dass alle Religionen irgendwie dasselbe glauben. Christen dürften sich nicht an „die Indifferenz der Religionsmüden anpassen“.

Zum Judentum habe das Christentum eine ganz besondere Beziehung, weil „es den christlichen Glauben ohne die bleibende Verbundenheit mit der Geschichte des jüdischen Volkes gar nicht gäbe“. Gottes Erwählung Israels bestehe auch nach Jesu Kommen weiter, Christen und Juden hätten „eine gemeinsame Grundlage“. Altes und Neues Testament seien Gottes Wort. Das Alte Testament sei nicht „als Buch einer anderen Religion“ zu begreifen (Matthias Kamann, Die Welt 13.6.15).

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