EnBW-Chef Frank Mastiaux hat den Auftrag, seine Firma zu einem grünen Energiekonzern umzubauen. Er bezeichnet sich selbst als „Überzeugungstäter bei Wind und Solar“. Markus Balser und Max Hägler haben ihn für die SZ (24.6.15) interviewt.
SZ: Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer etwa torpediert den Bau neuer Stromautobahnen. Sein jüngster Vorschlag: Der Strom soll durch Baden-Württemberg fließen statt durch Bayern. Eine gute Idee?
Mastiaux: Ich fand das schon sehr bemerkenswert, als ich das hörte. Das würde auf eine komplette Änderung des Netzbauplanes hinauslaufen und bedeutet mehrere Jahre Verzögerung beim Ausbau der dringend benötigten Hochspannungsleitungen.
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SZ: EnBW will zum Windkonzern werden – und für 550 Millionen Euro den insolventen Windpark-Planer Prokon kaufen. Es gibt nur ein Problem: Viele Mitarbeiter und Eigentümer wollen lieber eine Genossenschaft gründen. Ist die Chance dahin?
Mastiaux: Es sind zwei sehr unterschiedliche Konzepte, über die 75ooo Genussrechtsinhaber abstimmen müssen. Wir sind dabei, in vielen Veranstaltungen Überzeugungsarbeit für unser Konzept zu leisten. Wir glauben, das bessere Angebot zu haben.
SZ: Das bessere? Sie zahlen weniger!
Matiaux: Bei uns erhalten die Anleger ihr Geld sofort und sicher – und nicht wie im Genossenschaftsmodell erst in 15 Jahren und dann auch nur, wenn die Erträge dies ermöglichen. Und wir werden nicht nur den Bestand des Unternehmens sichern, sondern Prokon mit erheblichen Investitionen weiterentwickeln.
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