Im Juli 2014 war der Ständige Schiedsgerichtshof in den Haag zu dem Schluss gekommen, dass Russland den seinerzeit größten Ölkonzern des Landes Yukos gezielt in den Bankrott getrieben habe, um die Überreste in das Staatsunternehmen Rosneft zu überführen. Das Gericht sprach den Yukos-Aktionären 50 Milliarden Dollar Entschädigung zu.
Ein Teil davon ist jetzt in Belgien, Frankreich und Österreich geltend gemacht worden. Betroffen davon sind auch die Nachtrichtenagentur Tass und das Propaganda-Netzwerk „Russia Today“. Es dürfte größte Auswirkungen geben, falls das Haager Urteil auch in Großbritannien umgesetzt wird. Dort sind tausende Personen, Firmen und Trusts ansässig, die auf vielfältige Weise mit russischen Staatsunternehmen verbunden sind. Interessant wären dann die Reaktionen des Finanzplatzes London (Julian Hans, SZ 20./21.6.15).