957: Fritz Bauer – der Aufklärer

Der 1903 in Stuttgart geborene Jude Fritz Bauer wurde Jurist. Er ging 1934 ins Exil nach Dänemark. Nach 1945 wurde er in der Bundesrepublik zu einem bedeutenden Aufklärer. 1952 konnte er als Generalstaatsanwalt in Braunschweig durchsetzen,

dass in Hitler-Deutschland jedermann zur Notwehr berechtigt gewesen war.

Er verklagte Adenauers Staatssekretär Hans Globke, der die Nürnberger Rassegesetze (1935) juristisch kommentiert hatte.

Auf sein Drängen hin konnte der israelische Geheimdienst Mossad Adolf Eichmann aus Argentinien herausholen.

Als hessischer Generalstaatsanwalt setzte er den großen Auschwitz-Prozess in Frankfurt 1963 in Gang.

Er gehörte zu den Wegbereitern der großen Strafrechtsreform, die 1969, ein Jahr nach seinem Tod, in Kraft trat.

Fritz Bauer wurde als „Mossad-Agent“ verunglimpft. Der Homosexuelle nahm sich 1968 das Leben.

1995 wurde in Frankfurt das „Fritz-Bauer-Institut“ gegründet. Seit 2000 ist es ein An-Institut der Universität Frankfurt. Sein Sitz ist das IG Farben-Haus auf dem Campus Westend. Sein Forschungsschwerpunkt ist die „Erinnerung und moralische Auseinandersetzung mit Nationalsozialismus und Holocaust“. Gegenwärtiger Direktor ist Prof. Dr Raphael Gross. Die Zeitschrift des Hauses erscheint regelmäßig als „Bulletin des Fritz Bauer Instituts“. Sie verhilft zu einem vollständigen Überblick über die Holocaust-Forschung.

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