Die bekannte Islam-Kritikerin Ayaan Hirsi Ali, 45, hat ein neues Buch publiziert
„Reformiert euch! Warum der Islam sich ändern muss.“ (Knaus Verlag).
Darin erklärt sie, dass es nicht genügt, den islamistischen Fundamentalismus mit Luftschlägen und Bodentruppen zu bekämpfen, sondern dass er weltanschaulich attackiert werden muss. Dabei geht sie so weit vorzuschlagen, dass der Westen wie im kalten Krieg agieren solle. Das ist hart für unsere Kommunisten, Fortschrittler und Gutmenschen.
Hirsi Ali hatte in Saudi-Arabien, Äthiopien und Kenia gelebt und war in die Niederlande geflohen, um einer Zwangsehe zu entgehen. Dort studierte sie und ging in die Politik. Nach dem 11. September sagte sie sich vom Islam los. Bei der
Ermordung Theo van Goghs 2004
machte sie Schlagzeilen, der Täter hatte eine an Hirsi Ali gerichtete Morddrohung auf die Brust des Opfers geheftet. Heute ist Hirsi Ali US-amerikanische Staatsbürgerin und lebt dort mit ihrem Mann, dem Historiker Niall Ferguson. Sie lehrt in Harvard.
Christian Mayer hat Hirsi Ali für die SZ (25./26.4.15) interviewt.
SZ: Was hat der Mord an Theo van Gogh bei Ihnen ausgelöst?
Hirsi Ali: Dass ich weiter meine freie Meinung vertreten muss. Dass ich dazu friedliche Mittel verwenden werde – Artikel, Vorträge, Bücher. Am Anfang hatte ich nur ein Ziel: andere Muslime zu überzeugen, dass der Dschihad der falsche Weg ist. Heute will ich auch liberale Bürger in Europa und den USA davon überzeugen, dass etwas falsch ist mit den religiösen Überzeugungen jener Leute, die ich im Buch Medina-Muslime nenne, weil sie sämtliche Botschaften im Koran wortwörtlich nehmen, auch die Botschaften, die dem Frieden im Wege stehen. …