859: Odenwaldschule: Tukur hat es nicht kapiert. Erneuter Missbrauch.

Den Missbrauchsskandal an der

Odenwaldschule

hatte 1999 zum ersten Mal Andreas Huckele angeprangert. Er war dort selbst missbraucht worden. Damals wollte die Gesellschaft noch nichts von dem

Pädokriminellenskandal

hören. Sich gegen die bürgerliche Öffentlichkeit durchzusetzen, gelang Huckele und anderen erst 2010. Nun ist Huckele von Christian Füller (FAS 1.3.15) interviewt worden.

FAS: Der Aufklärungsprozess seit dem Jahr 2010 hat viele Wegmarken. Die vielleicht prominenteste war der Film „Die Auserwählten“, den vor kurzem über fünf Millionen Zuschauer gesehen haben. Bringt er eine neue Qualität?

Huckele: Der Film richtet meines Erachtens mehr Schaden an, als er nützt. …

FAS: Ulrich Tukur hat für diese Monsterrolle (des Gerold Becker, W.S.) herausragende Kritiken bekommen.

Huckele: Ja, aber er hat seine Rolle nicht verstanden. Tukur sagte in einem Interview, dass es bei Becker Licht und Schatten gegeben habe, die nah beieinanderlagen. Der damalige Leiter der Odenwaldschule hat das Licht nur vorgespielt, um seinen Schatten besser ausleben zu können, um als Pädokrimineller agieren zu können. Das ist etwas ganz anderes. Und es verstellt uns den richtigen Blick in unserem Alltag. Wir suchen nach Monstern – aber es sind Familienmitglieder, Bekannte und Vertrauenspersonen, die sich an Kindern vergehen. …

FAS: Sie gehen juristisch gegen den Film „Die Auserwählten“ vor. Wollen Sie ihn verbieten lassen, weil Sie ihn so schlecht finden?

Huckele: Wir wollen keinen Film verbieten lassen, wir vertreten unsere Persönlichkeitsrechte. Einer zweiten Person und mir geht es nicht um die allgemeinen Unzulänglichkeiten des Films, sondern um den

erneuten Missbrauch,

den er ausübt.

FAS: Worin liegt dieser Missbrauch Ihrer Auffassung nach?

Huckele: Wir haben uns beide in diesem Film wiedererkannt, andere Leute haben uns ebenfalls eindeutig identifiziert. Der WDR und der Regisseur plündern unsere Biographien aus. Unser Leben wird für einen Spielfilm missbraucht, Damit bin ich nicht einverstanden. …

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