Carl Djerassi, 91, hat 1960 die Anti-Baby-Pille erfunden. Wir wissen, wie segensreich sie sich ausgewirkt hat. 1977 kamen die künstliche Befruchtung und 2011 die Möglichkeit, Eizellen für eine spätere Geburt einzufrieren. Djerassi ist dafür, weil sie Frauen die Möglichkeit gibt, aus eigenem Willen in männlich dominierte Berufe mit höherem Gehalt zu gelangen (SZ 14.11.14).
Im Alter von 35 Jahren seien nur noch etwa fünf Prozent der Eizellen übrig, und diese alterten rasant. Insofern könnten junge berufstätige Frauen nun das Kinderkriegen bis in ihre späten Dreißiger oder frühen Vierziger aufschieben und trotzdem das Risiko von Geburten mit alten Eizellen umgehen. Unternehmen wie Apple und Facebook zu verurteilen, weil sie ihren Mitarbeiterinnen das Eizellen-Einfrieren kostenlos anböten, sei absurd. Es sei eine Option, keine Pflicht.
„In den nächsten 15 bis 20 Jahren wird diese Methode die Wahlmöglichkeiten von Frauen erweitern. Sie wird das Machtgefälle zwischen den Geschlechtern verringern – und allen mehr Optionen eröffnen.“