741: Leidtragende an Unis: Kleine Fächer, Kritiker und Frauen

Seit den neunziger Jahren bekamen die Hochschulen in Deutschland mehr „Autonomie“. Das war von Anfang an ein ziemlicher Treppenwitz, weil die Universitäten in Deutschland nicht über das für eine „Autonomie“ erforderliche Vermögen verfügten. Deswegen konnte so vielfach leichter Einfluss von außen organisiert werden. Im Namen der angeblichen „Autonomie“.

Tatsächlich schaden die neuen Universitäten

den kleinen Fächern,

den kritischen Wissenschaftlern und

den Frauen.

Das kommt von den überregulierten und innovationsfeindlichen Bachelor- und Master-Studiengängen. Es liegt auch daran, dass Drittmittel natürlich eher an gut angepasste und dem Mainstream nicht widersprechende Forscher vergeben werden. Und die marktgängigen Hochschulen tun zu wenig für Frauen, weil das angeblich nur Kosten verursacht. Am allerschlimmsten ist es aber, dass die kleinen Fächer ausgehungert werden. Der Verzicht auf sie mag in der Kostenlogik der einzelnen Hochschule verständlich sein, für das Wissenschaftssystem als Ganzes stellt es es eine Katastrophe dar. Beschädigt werden eine lebhafte und bewegliche wissenschaftliche Streitkultur. Im Vordergrund stehen die vom Kapital vergebenen Drittmittel, die vielen nicht studierfähigen Abiturienten und der reine Formalismus der „international sichtbareren“ wissenschaftlichen Publikationen.

Bluff mit Methode.

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