Die russische politische Schwäche hat uns schon die Anexion der Krim und die Besetzung des Donbas gebracht. Nun gerät Russland noch weiter unter Druck. Weil der Ölpreis fällt. Im Sommer 2014 brachte das Barrel noch 105 Dollar, jetzt nur noch 80. Mit weiter fallender Tendenz. Weil es an Überangebot an Öl auf dem Weltmarkt gibt.
45 Prozent des russichen Staatshaushalts stammen aus dem Öl. Schätzungen zufolge hängen bis zu zwei Drittel der russischen Wirtschaft vom Ölgeschäft ab. Damit verschaffte sich Wladimir Putin bisher die Loyalität mächtiger Oligarchen und die Zustimmung der Bevölkerung, der ein wachsender Lebensstandard wichtiger ist als bürgerliche Freiheiten, die in Russland wohl noch nicht recht bekannt sind. Um die Staatsausgaben zu decken, braucht Moskau eine Ölpreis von mindestens 100 Dollar.
In den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts, als Putin noch KGB-Offizier war, förderte Saudi-Arabien so viel Öl, dass der Weltmarktpreis kollabierte. Kurz darauf brach der Ölexporteur Sowjetunion zusammen. Heute nimmt Saudi-Arabien die Überproduktion von Öl gerne hin, weil damit sein Konkurrent Iran hart getroffen wird, dessen Staatseinnahmen zu mehr als der Hälfte vom Öl abhängen (Hubert Wetzel, SZ 17.10.14).