694: Tierversuche ?

Gerhard Heldmaier ist Tierphysiologe an der Universität Marburg und Vorsitzender der Senatskommission für tierexperimentelle Forschung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Angesichts der Medizin-Nobelpreise, die auf Tierversuchen beruhen, hat ihn Sonja Kastilan für die FAS (12.10.14) befragt.

FAS: Herr Heldmaier, drei Neurologen dürfen sich jetzt über den Nobelpreis für Medizin freuen. Sie haben Komponenten eines Navigationssystems im Gehirn gefunden. Prompt regt sich Kritik, weil sie dafür mit Tieren experimentierten. Sind solche Versuche nötig?

Heldmaier: Sie sind unausweichlich. Wir brauchen die Grundlagenforschung, um zu verstehen, wie ein Organismus funktioniert. In diesem Fall ging es zunächst darum, herauszufinden, was bestimmte Hirnzellen eigentlich tun. Und entdeckt wurde ein vorher unbekanntes System der Regulierung, das der Orientierung dient. Dies Beispiel zeigt sehr gut, dass Erkenntnisse aus einem Projekt, das einmal als reine Basisarbeit konzipiert war, später große Bedeutung für die Medizin haben können, wie eben diese speziellen Rasterzellen.

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.