Den Menschen in den USA geht es schlecht. Das arbeitet der Pulitzerpreisträger und Starreporter des „New Yorker“, George Packer, in seinem neuen Buch heraus:
Die Abwicklung. Eine innere Geschichte des neuen Amerika. Frankfurt am Main (S. Fischer) 2014, 510 S., 24,99 Euro.
Vorgestellt werden zwei Städte (Tampa, Florida, und Youngstown, Ohio) und 13 Individuen aus allen Schichten, Altersgruppen und Landesteilen (Bernd Greiner, SZ 7.10.14).
Vorherrschend bei der Verfolgung des amerikanischen Traums ist der Selbstbetrug am Rande der Würdelosigkeit. Keine andere hochentwickelte Industrienation ist derart unfähig, mit den Schockwellen von Industrie- und Finanzkrisen umzugehen. Mittelklassefamilien kämpfen um ihren Status quo. Die Familie der Gründer von „Walmart“ besitzt so viel Geld wie die unteren 30 Prozent der US-Amerikaner. Die Institutionen, Gesetze und Normen, die zwischen den 30er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts den US-Kapitalismus halbwegs sozialverträglich gemacht hatten, wurden vorsätzlich zerstört. Es regieren Finanzmagnaten, die anderswo Oligarchen genannt würden. 1971 gab es 175 registrierte Lobbyfirmen, heute sind es 14.000. Sie führen Interessenvertreter und Politiker zusammen und verbinden sie mit dem Klebstoff der Parteienspende.
„Eine Großmacht, die ihren Kompass für eine Politik sozialer Gerechtigkeit über Bord wirft, nimmt auch den Rest der Welt für die Kosten dieser Fahrlässigkeit in Haftung.“
Sollen wir mit einem solchen Staat wie den USA ein Freihandelsabkommen schließen ?