677: Uigurischer Bürgerrechtler zu lebenslänglich verurteilt

Ilham Tohti ist Professor in Peking. Er setzt sich für die Rechte des turkstämmigen Volks der Uiguren in China ein. Gewalt und Terror hat er stets abgelehnt. Tohti fürchtet, dass die Repression in Xinjiang, die Beschneidung der religiösen Freiheiten der überwiegend muslimischen Uiguren zu einer Radikalisierung führen wird und zur Gewalt. Tohti hat 2005 die Website Uigur Online gegründet (Kai Strittmatter, SZ 24.9.14).

Nun ist er in Urumqui von einem Gericht wegen „Separatismus“ zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Human Rights Watch nannte das Urteil „schockierend“, Amnesty International eine „Schande“. „Die Behörden haben einen uigurischen Mandela geschaffen.“ Tohtis zweiter Anwalt sagte: „Die Regierung möchte jede abweichende Stimme über Xinjiang und die Uiguren unterdrücken.“

In der Urteilsbegründung heißt es verräterischerweise: „Er arbeitete mit ausländischen Gruppen und Individuen zusammen, um Xinjiang-Themen und innere Angelegenheiten auf die internationale Bühne zu bringen.“ Der Bürgerrechtler Hu Jia sagte im Gespräch mit der SZ über die Uiguren: „Sie sind ein gefesseltes und geknebeltes Volk. Wie sollen sie noch mit der Regierung kommunizieren? Ich weiß nicht, ob die KP dumm ist oder vorsätzlich unbarmherzig. Sie haben ein Feuer entzündet.“

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