Tymothy Snyder ist Professor für europäische Geschichte in Toronto und Permanent Fellow für die Wissenschaften vom Menschen in Wien. Er sagt:
Die Ermordungen von Renée Nicole Good und Alex Pretty durch ICE in Minneapolis entsetzen die Welt. Es sind Zeichen der totalitären Verrohung der US-Gesellschaft, die von Trump beabsichtigt ist. Statt Rechtsstaatlichkeit sollen Lügen und Gesetzlosigkeiten gelten. Trump benutzt die Begriffe „Grenze“ und „Strafverfolgung“. Das hatte Stalin in der Sowjetunion Anfang der dreißiger Jahre getan und Hitler Ende der dreißiger Jahre in Deutschland und Österreich. Und manche Menschen bemerken es nicht. Ja, sogar manche Medien spielen bei dieser Propaganda mit. Das ist verheerend. Auf diese Art und Weise kann jederzeit das Gesetz außer Kraft gesetzt werden. Es darf nicht sein, dass öffentliche Sicherheitskräfte in Wohnungen eindringen und dort Gewalt ausüben. Die Betroffenen nennt Trump „Extremisten“ und „Terroristen“. Alles Lüge. Hannah Arendt hatte das die „Banalität des Bösen“ genannt. Das einzige Mittel, das uns bleibt, ist, die Dinge beim Namen zu nennen und die Zerstörung des Rechtsstaats nicht hinzunehmen. (Timothy Snyder, SZ 29.1.26)