5378: Georg-Büchner-Preis an Ursula Krechel

Der Georg-Büchner-Preis, der wichtigste deutsche Literaturpreis, geht in diesem Jahr an Ursula Krechel. Die in Berlin lebende Schriftstellerin ist ungeheuer produktiv, Dramatikerin, Lyrikerin, Essayistin, Romanautorin. Gerade ist von ihr erschienen „Sehr geehrte Frau Ministerin“. Krechels Hauptthema ist der Nationalsozialismus mit Exil, Emigration und Rückkehr. Sie recherchiert sehr akribisch. Deswegen sind ihre Publikationen auch nicht leicht zu konsumieren. Von ihr sind drei zentrale Romane erschienen; „Shanghai fern von wo“ (2008), „Landgericht“ (2012) und „Geisterbahn“ (2018). Ursula Krechel ist eine feministische Autorin, die ihren Lesern einiges zumutet. Ihr Vorlass (Manuskripte, Materialsammlungen, Briefwechsel) liegt bereits bei der Berliner Akademie der Künste. Ihr größter Erfolg war „Landgericht“ (2012), in dem die Geschichte von dem jüdischen Richter Richard Kornitzer erzählt wird, der 1947 nach Deutschland zurückkehrt und hier von den Daheimgebliebenen restlos geschnitten wird. Das sagt alles (Marie Schmidt, SZ 16.7.25).

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