20.000 Tonnen Abfall landen jährlich in der Nordsee. Ein großer Ballast auf Dauer. Eine Plastiktüte hält sich bis zu 20 Jahre im Meer, eine Getränkedose bis zu 200, manche Angelschnur 500. Das Projekt „Fishing for Litter“ ermöglicht es Fischern, den Müll, der in ihren Netzen landet, kostenlos zu entsorgen. Kim Detloff ist Meeresbiologe und leitet den Meeresschutz beim Naturschutzbund NABU. Er wertet das Projekt aus. Andreas Glas hat ihn für die SZ (16.7.14) interviewt.
SZ: Welche Abfälle sind am gefährlichsten?
Detloff: Den Fischern macht ein Farbeimer im Fang natürlich mehr Schaden als eine Plastiktüte, aber für uns ist Plastikmüll jeder Art der gefährlichste. Weil sich Seehunde, Robben und Basstölpel verfangen und verheddern können. Gerade Seevögel verwechseln Plastik mit Nahrung. Ein Eissturmvogel glaubt, einem Tintenfisch hinterherzujagen, der in der Nordsee an der Wasseroberfläche schwimmt – und erbeutet eine Zahnbürste und ein Feuerzeug. Diese Tiere sterben an inneren Verletzungen oder verhungern, weil das Plastik ihren Magen-Darm-Trakt verstopft.