Er war einer der berühmtesten Schauspieler aller Zeiten. Galt als schön. Alain Delon ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Hatte nicht Schauspieler gelernt, sondern wollte Metzger werden. Mit 17 ging er zur Armee und kämpfte im schließlich verlorenen Indochina-Krieg. Dort lernte er Jean-Marie le Pen kennen und schätzen, den späteren Vorsitzenden der Partei „Front Nationale“ und Vorgänger seiner Tochter Marine le Pen.
Als Typ wurde Delon bald berühmt. Drehte mit Luchino Viscont und Jean-Pierre Melville. Ein erster Hit war „Nur die Sonne war Zeuge“ (1960), im gleichen Jahr „Vier im roten Kreis“. Alain Delon reihte sich in den Kreis der großen Einzelgänger ein wie John Wayne und Humphrey Bogart. Seine natürliche Arroganz stärkte seine Stellung. Er könnte Psychopathen und Mörder. Und dabei blieb stets etwas Spießbürgerliches. Es kamen „Rocco und seine Brüder“ (1960) und „Der Leopard“ (1963). Mit Romy Schneider hatte er eine viel besprochene Affäre (1959-1963). Auf politische Korrektheit nahm er aus Überzeugung kaum Rücksicht, kämpfte gegen Schwule und für reaktionäre politische Thesen. Noch Anfang 2024, als Delon schon schwer krank war, gab es bei ihm eine erfolgreiche Razzia nach Waffen. Nun streiten sich seine drei Kinder ums Erbe (David Steinitz, SZ 19.8.24).