590: Europa droht eine Deflation.

Die Inflation in Europa beträgt gegenwärtig 0,5 Prozent. Das ist gefährlich niedrig. Nur von daher sind auch die vielen Empfehlungen verständlich, Europa möge doch mehr Schulden machen. Catherine Hoffmann schreibt dazu in ihrem Kommentar (SZ 4.6.14):

„Der gemeinsame Währungsraum ist nur einen einzigen Schock, vielleicht nur einen normalen Abschwung weit entfernt von einer Deflation. Wenn die Verbraucher und Unternehmer erst einmal erwarten, dass die Preise fallen und morgen alles günstiger ist als heute, werden sie ihre Käufe und Investitionen zurückstellen. Das würde der ohnehin schon schwachen europäischen Wirtschaft schwer schaden. Auch sechs Jahre nach dem Ausbruch der Finanzkrise haben sich viele Länder nicht vom Absturz erholt; in Spanien und Griechenland sind ein Viertel der Menschen arbeitslos. Das Wachstum ist viel zu gering, um das gewaltige Beschäftigungsproblem zu lösen.

Jetzt ist Notenbankchef Mario Draghi am Zug. Ob er noch einmal so erfolgreich sein kann wie im Sommer 2012, ist aber fraglich. Damals hat er mit bloßen Worten den Ausverkauf von italienischen und spanischen Staatsanleihen gestoppt. Eine Deflationsspirale zu verhindern, dürfte deutlich schwieriger sein.“

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