Peter Münch, der gewiss kundig ist, schreibt dazu (SZ 26.10.22):
„In Ramallah regiert ein greiser Präsident, der jegliche Glaubwürdigkeit in der Bevölkerung verloren hat. Vom versprochenen eigenen Staat sind die Palästinenser weiter entfernt als vor 25 Jahren. Mahmud Abbas hat also nicht geliefert und ist zum Getriebenen geworden der radikalen Kräfte wie der Hamas und nun der neuen Löwen-Miliz. Deren Motivation: Sie sind jung, sie sind wütend und sie sehen so wenig Perspektive, dass sie nichts mehr zu verlieren haben.
Getrieben ist aber auch die derzeitige israelische Regierung, in der sich Übergangspremier Jair Lapid – anders als seine beiden Vorgänger – immerhin zur Zwei-Staaten-Lösung bekennt. Für das rechte Lager in Israel grenzt das allein schon an Verrat. Würde Lapid die Armee-Einsätze im Westjordanland herunterfahren, um die Lage zu beruhigen, würde ihm dies als Schwäche und Feigheit vor dem Feind ausgelegt.“