Finnland und Schweden sind eine ideale Verstärkung für die Nato, wie Matthias Kolb (SZ 16.5.22) überzeugend darlegt:
„Da sind zunächst die politischen Aspekte. Finnland und Schweden sind Vorzeigedemokratien, sie passen besser zum Anspruch der Nato, Werte wie individuelle Freiheit und Minderheitenschutz zu verteidigen, als Ungarn oder die Türkei. Als Mitglieder 31 und 32 würden die Nordeuropäer den Betrieb nicht lähmen, sondern konstruktiv mitarbeiten.
Russlands Angriff auf die Ukraine hat offenbart, dass die Nato auch nach 73 Jahren unverzichtbar ist für die Sicherheit in Europa. Ihre Attraktivität würde durch eine zügige Aufnahme unterstrichen. Seit dem 24. Februar zeigen sich die Alliierten geschlossen, und auch die Bedenken aus Ankara wegen der angeblichen Unterstützung kurdischer ‚Terroristen‘ durch Helsinki und Stockholm dürften ausgeräumt werden.“
„Auch militärisch hat eine Norderweiterung Vorteile. Schweden und Finnland nehmen seit Jahren an Nato-Übungen teil und sind bereit, mindestens zwei Prozent der Wirtschaftsleistung für Rüstung auszugeben. Schweden verfügt über eine exzellente Luftwaffe und beeindruckende maritime Fähigkeiten, die Finnen sind äußerst versiert in der Landesverteidigung und haben anders als die Bundeswehr ausreichend Material. Dass die russisch-finnische Grenze 1300 Kilometer lang ist, erhöht nicht das Risiko für die Allianz: Finnland war zwar neutral, ist aber seit Jahrzehnten bereit, sich gegen den Nachbarn zu wehren.“
Durch den Beitritt Schwedens und Finnlands wird die Ostsee zum Nato-Binnenmeer. Damit kann auch das Baltikum leichter verteidigt werden.