Roman Abramowitsch (FC Chelsea) soll wieder in Moskau sein. Er hat drei Staatsbürgerschaften, die russische, die portugiesiche und die israelische (seit 2018). Kürzlich standen 14 Privatflugzeuge von Oligarchen, aus Moskau kommend, auf dem Tel Aviver Flughafen. Anscheinend suchten sie in Israel Zuflucht vor der Konfiszierung ihrer Besitztümer (Sanktionen der EU und der USA).
Abramowitsch hat sich in Herzliya eingerichtet und gebärdet sich in Israel als Wohltäter. Er soll 500 Mllionen Dollar für jüdische und israelische Einrichtunge gespendet haben. Auch Yad Vashem wurde reichlich bedacht. Zahlreiche Chefs israelischer Organisationen schickten einen Brief an den US-Botschafter mit der Bitte, Abramowitsch als Wohltäter der jüdischen Welt von Sanktionsstrafen auszunehmen. Das kam im Westen nicht gut an.
Im Konflikt um den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine laviert Israel. Finanzminister Avigdor Liebermann, der selbst in den neunziger Jahren aus der ehemaligen Sowjetunion nach Israel emigriert war, meinte: „Wir schließen uns keinen Sanktionen an. Wir werden versuchen, mit der Welt im Rahmen von Israels Interessen zu kooperieren.“ Außenminister Jair Lapid versuchte, den Westen zu beruhigen: „Israel wird nicht die Route sein, auf der die von den USA und anderen westlichen Ländern verhängten Sanktionen gegen Russland umgangen werden.“ (Peter Münche, SZ 19./20.3.22)