Egidius Braun war der letzte DFB-Präsident (1992-2001), dessen Integrationskraft stark genug war, den größten Fachverband der Welt zu moderieren. Von 1977 bis 1992 war er schon Schatzmeister gewesen. Danach gab es Zank und Streit, Affären, Korruption und schnelle Abschiede von Brauns Nachfolgern. Der aus Aaachen stammende Kartoffelgroßhändler war dem Gedanken der sozialen Gerechtigkeit verbunden und dem Amateurfußball. Dafür formte er den DFB zum Wirtschafstbetrieb. Und trug dazu bei, die WM 2006 nach Deutschland zu holen (ohne dabei selbst abzukassieren). Mit seiner Beharrlichkeit war ein Vorbild (Philipp Selldorf, SZ 17.3.22).