Sie selbst nennen sich „involuntary celibatair“, incels, also „unfreiwillig Zölibatäre“. Viele von ihnen sind hochaggressiv und gewalttätig. Das zeigen zwei Untersuchungen.
„Suizid, Gewalt, Frauenhass. Wie gefährlich sind Incels in Deutschland?“ (Isabell Beer, ZDF) und
„Incels: Geschichte, Sprache und Ideologie eines Online-Kults“ von Veronika Kracher.
Die Incels sind dezentral, aber breit vernetzt und international organisiert. Der Mörder von Halle zählt sich zu ihnen. Die Incels sind nicht immer antisemitisch. Sie kennen eine Hierarchie des Aussehens, der Attraktivität. Darin verorten sie sich selbst ganz unten: Sie seien hässlich. Deswegen bedürfen sie der Selbstoptimierung. Frauen gelten ihnen gemeinhin als fies und oberflächlich. Grundsätzlich gibt es bei ihnen nur in zwei Fällen eine Lösung: Wenn der Staat den „sexuellen Markt“ reguliert oder Selbstmord. In der Behandlung von Frauen kennen sie nur ein Modell: Gewalt. Die Incel-Seiten heißen etwa „raping girls is fun“. Seit 2015 zählt Veronika Kracher neun explizite Incel-Frauenmorde. Die deutschen Behörden sollen bisher wenig Interesse an den Incels gezeigt haben (Carolin Wiedemann, FAS 8.11.20).