2973: Helga Schubert ist gefragt.

Die diesjährige Ingeborg-Bachmann-Preisträgerin, Helga Schubert, 80, ist seit der Preisverleihung sehr gefragt. In der FAZ (1.8.20) führt sie ein ausführliches Gespräch mit Jan Wiele in ihrem Dorf Neu Meteln (Mecklenburg-Vorpommern). Dabei gerät immer wieder die DDR in den Blick:

1. Nach Schubert überlagerte die Biermann-Ausbürgerung 1976 die literarischen Diskurse in der DDR.

2. Schubert berichtet von einem Stasi-„Lockspitzel“ in Neu Meteln.

3. Über Christa Wolf und Sarah Kirsch spricht Schubert von „halbgebildetem SED-Kleinbürger-Milieu mit mystischem Geschwätz, was ich ja nur sporadisch wahrnahm, weil mein Mann und ich in Berlin arbeiteten“.

4. Als Helga Schubert 1983 den Hans-Fallada-Preis der Stadt Neumünster bekommen sollte, ließ ihr das SED-Politbüro ausrichten, falls sie den Preis annähme, könne sie gleich in „Westdeutschland“ bleiben. Sie bekam den Hans-Fallada-Preis dann 1993.

5. Zur Fernsehserie „Weißensee“ sagt Schubert: „Da kommen die alle ziemlich gut weg, die Staatssicherheitsleute, oder? So wie bei Ruge“ (Das ist Eugen Ruge, der Autor von „In Zeiten abnehmenden Lichts“ und „Metropol“, W.S.).

6. Helga Schubert behauptet, dass Christa Wolfs Mann, Gerhard Wolf, gemeinsam mit einem Ofensetzer den Brand „unserer beiden alten strohgedeckten Lehmfachwerkhäuser“ verschuldet habe.

7. Christa Wolf habe sich gemeinsam mit Egon Krenz (SED) in dem Aufruf „Für unser Land“ für die Beibehaltung der Teilung Deutschlands ausgesprochen.

8. „Dass man wirklich beigetreten ist zum Grundgesetz der BRD, ist etwas, worüber ich sehr glücklich bin.“

 

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