4414: Weitere Argumente dafür, dass die Hohenzollern die Nazis unterstützt haben.

Im März 2023 zog Georg Friedrich Prinz von Preußen die Klagen seines Hauses gegen die Abweisung von Entschädigungsansprüchen für Enteignungen in der sowjetischen Besatzungszone nach Kriegsende 1945 zurück. Keinen Anspruch auf Entschädigungsleistungen haben nach dem Gesetz (1994) diejenigen, die dem nationalsozialistischen Regime „erheblichen Vorschub“ geleistet hatten. Stephan Malinowski hatte in seiner Studie

„Die Hohenzollern und die Nazis. Geschichte einer Kolaboration.“ (2021)

den „Vorschub“, den die Hohenzollern geleistet hatten, aufgezeigt. Hauptsächlich ging es dabei um Wilhelm Prinz von Preußen (1882-1951). Er galt in der Öffentlichkeit ab dem Frühjahr 1932 als Gefolgsmann Hitlers, ohne in der NSDAP zu sein.

Jetzt ist ein Band des Historikers Jürgen Luh

„Der Kronprinz und das Dritte Reich. Wilhelm von Preußen und der Aufstieg des Nationalsozialismus.“

erschienen. Luh ist mit Biografien über den Großen Kurfürsten und Friedrich den Großen hervorgetreten. Er ist Direktor am Research Center Sanssouci (RECS) in Potsdam. Sein Buch zielt darauf ab, der Verzwergung des Ex-Kronprinzen Wilhelm von Preußen und eer Bagataellisierung seines Engagements für die Nationalsozialisten entgegenzuwirken. Luh stellt die öffentlichen Auftritte und Äußerungen des Ex-Kronprinzen in den Jahren 1930-1934 gegenüber. Wilhelm trug als öffentliche Figur und als Exponent der antirepublikanischen alten Eliten zur Machtergreifung der Nationalsozialisten nicht unerheblich bei. Bei der Reichspräsidentenwahl 1932 rief er dazu auf, für Hitler zu stimmen und nicht für Hindenburg. Jürgen Luhs Buch enthält ein Vorwort von Stephan Malinowski und Georg Herbert. Letzterer hat im Juliheft 2022 der „Neuen Zeitschrift für Verwaltungsrecht“ den Artikel „Hochmut und Fehlurteil. Eine kurze Geschichte der Vorschubleistung der Hohenzollern.“ veröffentlicht.

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