Bisher hat die Bundesregierung die Ukraine bei den „schweren Waffen“ „nur“ mit dem Schützenpanzer „Marder“ beliefert, der allerdings sehr kampfkräftig ist. Nun werden Forderungen bei den Grünen und aus der FDP laut, auch den klassischen Kampfpanzer „Leopard 2“ zu schicken. Allein um ein Gegengewicht zu den russischen „T 72“ und „T 80“ zu bilden. Ich selber kenne sehr gut den „Leopard 1“ und weiß, dass seine 105 mm-Kanone sehr effektiv ist. Das ist beim „Leo 2“ ähnlich. In dieser Frage ist die SPD tief gespalten.
Sie hat durchaus plausible Argumente zur Hand, wie das, nicht die Nato in den Krieg hineinzuziehen. Auch unsere historische Schuld mit den Panzerspitzen 1941 in der Sowjetunion (hauptsächlich Ukraine) wiegt schwer. Wenn aber solche politischen Versager wie Rolf Mützenich und Ralf Stegner das Sagen haben, ist keine schlüssige Militärpolitik möglich. Sie bleiben im Ungefähren hängen. Wir dürfen nicht Putin allein über die strategischen Züge im russischen Vernichtungskrieg in der Ukraine entscheiden lassen. Immerhin wird ja auch die deutsche „Panzerhaubitze 2000“ dort eingesetzt. Weil die Bundeswehr nur über etwa 300 einsatzbereite „Leoparden 2“ verfügt, wäre eine Initiative aller der westlichen Staaten angebracht, die über den „Leoparden 2“ verfügen (Joachim Käppner, SZ 9.1.23).